Im April reiße ich die Zelte in der Kleinstadt ab und mache mich auf den weiten Weg in die Hauptstadt. Dinslaken war einfach nicht groß genug für mich, also habe ich mich dazu entschieden ab dem Frühjahr Berlin unsicher zu machen.
Also was braucht man als Erstes: Klar! Eine Wohnung oder ein Zimmer! Ist ja eindeutig. Lieder ist das in Berlin nicht ganz so einfach... Ich habe das Internet nach Zimmern durchforstet, eine E-Mail nach der anderen geschrieben und nur selten überhaupt irgendeine Reaktion erhalten.
Nach drei wöchiger Suche, Jammern und Verzweiflungsanfällen höchster Stufe erhielt ich endlich eine Antwort von einem sehr sympathischen weiblichen Geschöpf aus Münster.
Ich machte mich auf den Weg nach Münster. Nach einem Kakao und zwei stündigen Kennenlernen ohne peinliche Pause stand fest: Eine Mitbewohnerin wäre gefunden, fehlt nur noch die Wohnung!
Begeleitet von viel Streß, einem gerafften Zeitplan, tausenden von Unterlagen und höchster Motivation ging es zwei Wochen später nach Berlin. Unser Ziel: Wir finden innerhalb von drei Tagen eine drei Zimmer Altbau Wohnung, die wir ab April unser Reich nennen können.
Leichter gesagt, als getan...
Am Freitag mittag ging es dann endlich los: Erste Besichtigung um 15.00 im Prenzlauer Berg. Eine wunderschöne Altbau Wohnung mit drei Zimmer, Dielen Boden, Stuck und sonst allem was einen richtigen Altbau ausmacht. Der Hacken war nur das am Montag sich noch sieben andere Leute die Wohnung angucken wollten und unsere Chance deswegen nicht grade gut standen.
Die nächsten Besichtigungen waren der reinste Albtraum. Die Wohnungen waren schön, wenn auch nicht für uns geeignet, aber innerhalb von 5 Minuten sammelten sich ca. 40-60 andere Parteien vor den Gebäuden. Als dann endlich der Mensch mit dem Schlüssel kam, drängten alle auf einmal in die Wohnung. Love parade reloaded. Yeah! Man kam sich vor wie ein Tier in einer Massenhaltung. Und dann steht da noch ein schmieriger Makler, der sich mächtig fühlt, weil alle seine Wohnung wollen. Pervers!
Am Samstag machten wir uns dann auf zu einer Wohnung die eigentlich gar nicht auf dem Plan steht. Im LSD-Viertel im Prenzlauerberg. Es waren kaum Leute da, der Makler war kauzig und total nett und die Wohnung ein Traum. Nach ein paar Satzwechseln mit dem Makler waren wir im anscheinend sehr sympathisch. Wir gaben im all unsere Unterlagen und suchten uns ein kleines Cafe um ausgiebig zu frühstücken.
Frische gepresster Orangensaft, Brötchen, Obst, Müsli und Joghurt zierten unseren Tisch als mein Handy schellte. Mir fiel der grade abgebissene Apfel aus dem Mund als ich abnahm und der Makler, der letzten Wohnung mir sagte: „Sie haben die Wohnung!“
Der Mietvertrag ist mittlerweile unterschrieben und ab Anfang April findet man mich im Prenzlauer Berg im einem 20m² Altabu Zimmer wieder. Wohnungssuche in Berlin ist mit Sicherheit kein Zuckerschlecken und macht alles andere als Spaß. Man braucht einfach ein bisschen Glück und einen Makler mit einem Herz für Studenten!